„Die Welle des Wissens“ – mehr als ein metaphorisches Bild der Landschaftsarchitektur. Nicht nur Klinkersteine fungieren als Wegweiser auf dem Campus. Durch eine angelegte Wasserachse und modellierte Wasserbecken wird eine Interaktion auf dem Campus gefördert.

Eines der Hauptmerkmale des 180ha großen Universitätsgeländes ist das Element Wasser.

Im Süden wird das Campusareal von dem im Stadtteil Wersten gelegenen Brückerbach, der bei Hochwasser als Deich einen Rückstau von 10m Höhe ermöglicht, abgegrenzt. Eine der gestalterischen Aufgaben an den Landschaftschaftsarchitekten Georg Penker war die gartenkünstlerische Einbettung und  Verschmelzung des geplanten Geländes mit dem bereits vorhandenen und vorgegebenen System aus Grünräumen und sowohl stehenden als auch fließenden Gewässern. Gleichzeitig stand die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Natur und Zivilisation im Fokus der Planungen.

Für die Benutzung der Klimaanlage auf dem Campus sollte, gemäß der ursprünglichen Planung, das benötigte Kühlwasser aus dem benachbarten See über Rohrleitungen auf dem Campus  verteilt und anschließend wieder zurückgeführt werden.  Die dabei entstehende Wasserachse sollte sowohl das geplante Kühlsystem ermöglichen als auch eine Verbindung zwischen den einzelnen Universitätsgebäuden herstellen. Das benutzte und erwärmte Wasser sollte über einen offenen Wasserlauf an der Universitätsbibliothek als Kaskade in den dortigen, heute einseitig an das Oeconomicum angrenzenden Forumsee fließen. Das so entstandene Warmwasserbiotop war besonders für die Biologen interessant. Im Zuge der Neubaumaßnahmen wurde diese auch gestalterisch bemerkenswerte Kaskade durch einen Wasserfall ersetzt, sodass deren Existenz nur noch durch Originalfotografien dokumentiert wird.  Vom Forumssee aus gelangte das Wasser über offene Gerinne des Botanischen Gartens in den Universitätssee, um von dort aus dem benachbarten Grundwassersee wieder zugeführt zu werden. Der zwischen der A46 und dem Universitätssportgelände gelegene Universitätssee sollte ursprünglich nicht nur in seiner Form größer ausfallen, sondern auch durch einen Kanal mit dem See im Südpark verbunden werden, sodass die Wasserachse des Campusareals weiter fortgesetzt werde und in das Stadtgebiet hineinreiche.

Eine weitere Besonderheit in Bezug auf das Element Wasser bilden die Innenhöfe zwischen den Gebäuden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Neben der architektonisch-skulpturalen Gestaltung der Sitzbereiche, die sowohl als Lernräumen als auch Orte des Verweilens genutzt werden können, verfügen die Innenhöfe über modellierte Wasserbecken. Diese Becken sind von einer niedrigen Mauer eingefasst und waren ursprünglich auch für Studienzwecke geplant. Studierenden der Biologie sollte dadurch die Möglichkeit geboten werden, die Becken selbst zu gestalten und zu pflegen und dabei Beobachtungen der Wassertiere und Pflanzen vorzunehmen.