Besonders charakteristisch für den Campus in Düsseldorf sind die Erdskulpturen sowie das Deichmotiv. Diese beziehen sich auf die Umgebung der Uni und erscheinen in unterschiedlichen Formen und Materialien.

Ein wichtiger Bestandteil des Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sind die Erdskulpturen, die das Deichmotiv formulieren. Die Universität erstreckt sich zwischen dem Universitätsklinikum und dem Volksgarten im Norden sowie dem Stadtteil Wersten im Süden. Der Brückerbach diente in diesem Gebiet auch schon vor dem Bau der Universität als Gerinne und Deich, der bei Hochwasser einen Rückstau von 10 Metern Höhe entstehen lässt. Die Landschaft in und um Düsseldorf wird vom Rhein, von Poldern (künstlich angelegte, ringförmige Eindeichungen) und Auen geprägt, die bis zum Niederrhein mit seinen Deichen die Landschaft formen. Dieses charakteristische Landschaftsmerkmal nutzt der Landschaftsarchitekt Georg Penker als Leitmotiv für die Gestaltung des Universitätsgeländes.

Ein zentrales Thema seiner gesamten Arbeit ist das Verhältnis zwischen Natur und Zivilisation. Penker lässt oft Natur und Landschaft „mitplanen“ und so bezieht er sich bei der Planung des Universitätsgeländes in Düsseldorf auf den Deich, der durch den Brückerbach als Motiv vorformuliert ist. Dieser wird künstlich auf dem Unigelände weiter geführt und geht mit der Landschaft eine Symbiose ein, wie es etwa die mit Rasen bewachsenen Erdskulpturen, die sich neben den Wegen zu den Parkplätzen erheben, vorführen. Diese erscheinen als grüne Hügel in unterschiedlichen Höhen, die sanft mit dem umgebenen Erdniveau verschmelzen. Auch im Bereich des Botanischen Gartens werden diese Formen rezipiert. Nicht nur grüne Deiche, sondern auch Erdskulpturen, die mit rotem, niederrheinischem Klinker belegt sind, durchziehen den Campus. Zu sehen sind sie zum Beispiel bei der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, wo Stufen wie eine Tribüne in die Formen eingearbeitet und integriert wurden. Sie sind als Lernorte im Freien konzipiert. Das größte und prominenteste Deichmotiv durchzieht die rund 1500 Meter lange Nord-Süd-Achse des Campus. Diese gepflasterte Fußgängerachse wandert wellenartig über das Gelände – ist dabei mal schmaler und mal breiter. Zwischen dem Studierenden Service Center und der Mensa formt sich die Achse zu einer Brücke über die Universitätsstraße. Penker nennt diese Fußgängerachse – diesen Deich – eine Großskulptur. Sie erinnert aufgrund der welligen Beschaffenheit und Struktur an die Oberfläche des Rheinlandes, die von Hügeln und Deichen geprägt wird. 

Der gesamte Erdaushub, der durch den Bau der Fakultätsgebäude entstanden ist, wurde für die Gestaltung des Deiches und der Erdskulpturen verwendet. Es musste also kein Material hin- oder abtransportiert werden, sondern es ist alles weiter eine Einheit geblieben.