Durch Beton, roten Bachstein und andere Materialien wird die Gesamtkomposition des Campus abgerundet. In Verbindung mit Pflanzenwuchs an den Fassaden wird das so wichtige Element der Natur in das Ensemble eingebunden.

Aus einer bewussten gestalterischen Entscheidung heraus lehnte die Planer der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf es ab, die von Bochum ausgehenden Entwicklungen für den Campus zu übernehmen. Für die Düsseldorfer Gebäude diente das aus Marburg (1963) bekannte dynamische Rasternetz als Vorlage. Das Düsseldorfer Raster ist im Vergleich zum Marburger Vorbild allerdings unabgeschlossen und deshalb deutlich flexibler für Erweiterungen. Bauaufgabe war es, den Ansprüchen des wissenschaftlichen Betriebs gerecht zu werden. Dabei musste zwischen der Infrastruktur, der Bildungstheorie und den praktischen Gegebenheiten koordiniert werden. Drei visuelle Leitsysteme (farbige Fensterelemente, Brutalismus und Pflanzenwuchs) konnten durch das Raster ermöglicht werden: Die farbigen Fensterelemente treten in der Umgebung von Popart und Brutalismus in Erscheinung.  Ein wichtiger Begriff im Zuge der universitären Neugründungen ist der des „Brutalismus“. Der Terminus kommt aus dem französischen (béton brut= roher Beton) und beschreibt ursprünglich Architektur mit dem Anspruch ehrlich in Bezug auf Konstruktion, Material und ethisch im Zusammenhang mit sozialen Aspekten zu sein. Konkret handelt es sich hierbei um Bauten aus Sichtbeton, die das Prinzip der sichtbar gemachten Konstruktion aufweisen. Heute wird Brutalismus, aufgrund eines Übersetzungsfehlers mit Grobheit und Direktheit assoziiert. Trotz oder gerade deswegen bilden die Betonbauten auf dem Düsseldorfer Campus mit der Klinkerpflasterung und der systematisch eingesetzten Begrünung an vielen Gebäuden eine Symbiose aus Technik, Wissenschaft und Natur. Die prominente Gebäudenummerierung und Klinkerpflasterung bilden zusätzlich zu der Begrünung einen Kontrast zu den Materialien Beton und Glas. Die Klinkerpflasterung markiert das PKW-freie Bandforum, das als Dreh- und Angelpunkt des universitären Verkehrs eine wichtige Rolle spielt. Das Bandforum, das sich von der Landes- und Universitätsbibliothek bis zur Mensa erstreckt ist die Hauptachse des Campus. Die landschaftsräumliche Einbindung und die Systemarchitektur machen die HHU zu einer der besten Gesamtanlagen der neuen nordrhein-westfälischen Universitäten.