Für Studierende und Mitarbeiter*innen kreiert Georg Penker eine harmonische Freiraumgestaltung, die Mensch und Natur vereinen soll. Dabei orientiert er sich an der sogenannten „bedürfnisgerichteten Planung“ und verbindet nüchterne Industrielle Bauform der Universität mit der unmittelbaren Umgebung der Landschaft.

Georg Penker wurde 1925 geboren und gehört damit zur ersten Generation von Gartengestaltern, die ihr Studium nach Kriegsende begannen. Ihr fachliches Können beruht auf Pflanzenkunde und überwiegend auf der von Karl Fochster und Hermann Mattern geprägten malerisch-landschaftlichen Gestaltung. Ende der 1950er Jahre entstanden neue zeitgemäße Konzeptionen. Wegweisend war der 1958 fertiggestellte Entwurf von Walter Rossow für die Freiraumgestaltung der Weltausstellung in Brüssel. Sein Konzept war klassisch-elegant, welches sich mehr an der Architektur orientierte und Schmuckpflanzungen nur sparsam verwendete. Entsprechend forderte auch Mattern: „(…) unter Leistungen ist jeweils das funktional, sozial therapeutisch, hygienisch und biologisch wirksames Grün zu verstehen, das Minimum an Aufwand für seine Pflege zu erreichen“.

Der Landschaftsarchitekt setzt sich in seinen Planungen mit Traditionen aus dem 19. Jahrhundert auseinander, wo die Entwicklung der Naturszene im Landschaftsgarten eine zentrale Rolle spielte. Diese Grundidee griff Penker auf und formulierte sie auf dem Heine-Campus neu. Die Freiflächen der Heinrich-Heine-Universität werden durch Bodengestaltung und Bepflanzungen, einfache Wege, Treppenstufen und die schlichte Möblierung charakterisiert. Als signifikantestes Gestaltungselement nimmt er das für die niederrheinische Landschaft so typische Deichmotiv auf. Der Deich tritt zwischen den Instituten und Baukörpern klar ablesbar auf. Durch ihn werden Mensch und Natur miteinander vereint. Alles andere besorgen die „Nutzer“ selbst: Sie machen hier Pause mit mitgebrachtem Essen, sie nehmen ein Sonnenbad, sie sitzen in Gruppen gemeinsam beisammen.

Penker berücksichtigte auch den notwendigen Ausgleich durch sportliche Betätigung im Freien. So platzierte er beispielsweise ein Paar Tischtennisplatten. Seine Leitidee war „die nüchterne industrielle Bauform der Universität in eine menschenfreundliche, naturnahe und in ein Wohlgefühl evozierende Freiraumgestaltung“ zu verwandeln, was ihm durch die Verbindung der unmittelbaren Umgebung mit der Landschaft eindrücklich gelingt. Dadurch schafft er einen unkompliziert gestalteten Aufenthaltsort für Studierende und Mitarbeiter*Innen. Ihm ist es durch seine gartenkünstlerischen Fähigkeiten gelungen, mächtige Gebäudemassen als freundliche, zum Aufenthalt einladende harmonische Grünzonen zu gestalten.

Penker kreierte aber auch Einzelszenen und knüpft damit an Traditionen aus dem 18. Jahrhundert an. Zugleich verwendet er bei seinen Planungen die sogenannte „bedürfnisgerichtete Planung“ und orientiert sich damit an den Ansprüchen der Nutzer. Im Bezug auf die Gestaltung setzt er den Schwerpunkt auf die Funktionalität und den Verzicht auf Schmuck. Die Anziehungskraft einer Universität hängt auch von der Gesamtsituation in baulichen und landschaftlichen Gegebenheiten ab. Große Bedeutung für die Erholungsplanung haben die Kontrastzonen wie der Waldrand, der Fluss, das Seeufer. In diesen Zonen können Erholungszonen und Sportstätten in ausreichendem Umfang eingerichtet werden. Der Botanische Garten weicht das Spannungsverhältnis zwischen Wald, Architektur und Freiraum auf, sodass die detaillierte Gestaltung der Einzelräume zum Ausdruckt kommt. Der Botanische Garten ermöglicht durch seinen speziellen Charakter und seinen pflanzensoziologischen Teil gute Möglichkeit für Forschung, Lehre und Entspannung.